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Color me beautiful – Hautbeschaffenheit und Persönlichkeitseindruck
Methoden und Ergebnisse einer Diplomarbeit von Denise Mönch an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken, 2003
Zusammenfassung   © PD Dr. Ronald Henss

 

Das Folgende ist eine Zusammenfassung der Methoden und einiger wichtiger Ergebnisse der Diplomarbeit von Denise Mönch, die unter meiner Anleitung an der Universität des Saarlandes durchgeführt wurde. Die Studie konzentriert sich auf die Wirkung der Hautbeschaffenheit auf den Betrachter. Sie kann auch als Simulation der Anwendung von Kosmetik und der Eindruckswirkung des Schminkens interpretiert werden.

Ausgangspunkt war eine Datenbank mit Portraitfotos, die am Psychologischen Institut der Universität des Saarlandes angelegt wurde. Das Stimulusmaterial (Fußnote 1) bestand aus Fotos von Studentinnen, die mit Hilfe des Programms „Face Toolkit“ (Knabe, 2002) manipuliert wurden, um unterschiedliche Varianten des Schminkens zu simulieren.

Zunächst wurde aus den Fotos von 60 Studentinnen ein sogenanntes „Durchschnittsgesicht“ – besser: Komposit-Gesicht – erzeugt. (Fußnote 2) Dieses ist in Abbildung 1 mit „KS“ bezeichnet. Außerdem wurde ein Komposit-Gesicht von 5 Top-Models konstruiert („KM“).

Im aktuellen Kontext ist ein spezieller Aspekt des Kompositbildes von Interesse. Bereits ein flüchtiger Blick auf die Abbildung 1 macht deutlich, dass die Gesichtshaut bei den Komposits viel homogener erscheint als beim Original. Die Durchschnittsbildung hat zur Folge, dass Hautunreinheiten, Unregelmäßigkeiten, Unebenheiten und Falten verschwinden und die Textur ausgewogen und regelmäßig erscheint. In einem gewissen Sinne lässt sich diese Homogenisierung als eine erfolgreiche Anwendung von Foundation interpretieren.



Abbildung 1: Stimulusmaterial aus Mönch (2003)
In der Untersuchung wurden die Bilder ohne die schwarzen Balken präsentiert

Den Homogenisierungseffekt nutzte Mönch, um die Anwendung von Kosmetik zu simulieren. Das „Face Tookit“ bietet mit einem speziellen „Warping“-Modul die Möglichkeit, die Farbinformationen zweier Bilder in beliebigen Proportionen zu mischen, und zwar so, dass die geometrische Gesichtsstruktur nicht verändert wird. Mit Hilfe dieses Moduls wurde jeweils das Originalfoto in Richtung auf ein „Ankerbild“ verändert. Als Anker diente entweder das Komposit der Studentinnen (KS) oder das Komposit der Models (KM). Die Farbmischung erfolgte in zwei Stufen. In Stufe 1 lag das Mischungsverhältnis bei 2/3 Original zu 1/3 Komposit. In Stufe 2 bei 1/3 zu 2/3. (Fußnote 3) Die resultierenden „Schmink-Varianten“ sind in Abbildung 1 1 dargestellt. Die beiden Stufen lassen sich als schwache und starke Homogenisierung des Hautbildes oder als schwach und stark geschminkt interpretieren.

Abbildung 1 macht deutlich, dass das Model-Komposit intensivere Farbtöne aufweist als das Studentinnen-Komposit. Dies gilt sowohl für die Gesichtshaut als auch für die Lippen und die Augen. Dieser Unterschied kann ebenfalls als „stark bzw. schwach geschminkt“ interpretiert werden.

Für ihre Untersuchung zur Eindruckswirkung des „Schminkens“ benutzte Mönch die Fotos von 10 Studentinnen. Da zu jedem Originalbild die Varianten S1, M1, S2 und M2 erzeugt wurden, bestand das Stimulusmaterial aus 50 Bildern.

Die Untersuchung wurde über das Internet durchgeführt. Sie umfasste zwei Experimente, die sich im methodischen Ansatz wesentlich voneinander unterscheiden. Das erste Experiment war als Einzelreizbeurteilung konzipiert. Hierbei hat jede Versuchsperson nur ein einziges Gesicht zu beurteilen. Sie hat also keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Das zweite Experiment war eine Reizserienbeurteilung. Hier wurden die fünf Varianten ein und derselben Stimulusperson jeweils simultan präsentiert und die Versuchspersonen hatten die Aufgabe, die Bilder nach einem vorgegebenen Kriterium in eine Rangreihe zu bringen.

Am Einzelreizversuch nahmen 1072 Versuchspersonen teil. Das jeweils per Zufall ausgewählte Gesicht sollte nach 70 Merkmalen beurteilt werden (z.B. attraktiv, gesellig, nervös, wünscht sich viele Kinder, geht manchmal fremd). Die Beurteilungen erfolgten auf einer 5-stufigen Ratingskala (trifft gar nicht zu, trifft eher nicht zu, weder noch, trifft eher zu, trifft völlig zu). Durch die 70 Merkmale sollte der Persönlichkeitsbereich möglichst breit abgedeckt werden. Mit Hilfe einer Faktorenanalyse wurden 7 Faktoren des Persönlichkeitseindrucks ermittelt und wie folgt interpretiert: Attraktivität (attraktiv, gutaussehend, sexuell anziehend), Gute Mutter (gutmütig, gute Mutter, kinderlieb), Erfolg im Beruf (karriereorientiert, Erfolg im Beruf, selbstbewusst), Schweigsamkeit (schweigsam, verschlossen, zurückgezogen), Kreativität (phantasievoll, kreativ, einfallsreich), Lüsternheit (lüstern, sexuell untreu, leichtsinnig), Bürgerlichkeit (bürgerlich, einfältig, unauffällig). Anschließend wurden die Effekte der Bildmanipulation auf die 7 Persönlichkeitsfaktoren analysiert. Erwartungsgemäß zeigte sich ein deutlicher Einfluss auf die Attraktivität. Bei den meisten Stimuluspersonen ergab sich ein kontinuierlicher Anstieg vom Original über S1, M1, S2 zu M2. Das heißt, dass eine stärkere Homogenisierung attraktiver machte und dass die farbintensivere Model-Variante der schlichteren Studentinnen-Variante überlegen war. Ein weiterer, aber erheblich schwächerer Effekt ergab sich bezüglich Kreativität. Überraschenderweise wurden die „stark geschminkten“ Varianten (S2, M2) für weniger kreativ gehalten als das Original. Auf den anderen fünf Faktoren war kein Effekt der Bildmanipulation zu registrieren.

Ein anderes Ergebnis zeigte sich im zweiten Experiment, das in Form einer Reizserienbeurteilung durchgeführt wurde. Hierbei wurden jeweils die 5 Bildvarianten einer Stimulusperson simultan dargeboten und die Versuchperson sollte die Bilder nach einem bestimmten Kriterium in eine Rangreihe bringen. Über verschiedene Versuchspersonenstichproben hinweg wurden folgende Kriterien berücksichtigt: Attraktivität, Gute Mutter, Erfolg im Beruf, Schweigsamkeit, Kreativität (die Zahl der Beurteiler pro Kriterium lag zwischen 33 und 43). Als Stimuluspersonen wurden 6 der 10 Frauen aus dem ersten Experiment berücksichtigt. Die Analyse der Rangreihen erbrachte ein außergewöhnlich klares Muster. Bei fast allen Kriterien und fast allen Stimuluspersonen ergab sich die Rangreihe Original <* S1 <* M1 <* S2 <* M2. (Fußnote 4) Der gemeinsame Nenner lässt sich wie folgt auf den Punkt bringen: (1) Je homogener die Oberflächenbeschaffenheit desto besser, (2) die auffälligere Farbtönung der Models wirkte positiver als die schlichtere Färbung der Studentinnen. Dieses Grundmuster war besonders deutlich bei Attraktivität, Erfolg im Beruf und Gute Mutter. Insbesondere ist hervorzuheben, dass „Schminken“ auch eine positive Beurteilung der mütterlichen Qualitäten bewirkte. Außerdem ist hervorzuheben, dass – im Gegensatz zur Einzelreizbeurteilung – die stärker „geschminkten“ Varianten nun für kreativer gehalten wurden. Plakativ ausgedrückt führte die Reizserienbeurteilung zu der Aussage „Wer geschminkt ist, ist auch gut“. Ein ähnliches Schlagwort spielt in der Attraktivitätsforschung als „Attraktivitätsstereotyp“ eine herausragende Rolle: „Wer schön ist, ist auch gut“ (Dion, Berscheid und Walster, 1972; Henss, 1992, 1998).

Die beiden methodischen Ansätze – Einzelreizbeurteilung und Reizserienbeurteilung – lieferten ein partiell unterschiedliches Bild. Dass die Befunde entscheidend von der Untersuchungsmethode abhängen können, ist aus der Gesichterforschung wohlbekannt (Henss, 1998). Gleichwohl wurde dieser wichtige Aspekt in der bisherigen Forschung zur Eindruckswirkung des Schminkens kaum berücksichtigt.

Insgesamt macht die Arbeit deutlich, dass die Hautbeschaffenheit einen bedeutsamen Einfluss auf die Eindruckswirkung von Gesichtern haben kann. Dies ist nicht zuletzt deshalb von großem Interesse, weil die Hautbeschaffenheit im Rahmen der Attraktivitätsforschung über lange Zeit hinweg eher vernachlässigt wurde. Dort standen bislang eher
gemometrisch-morphologische Strukturmerkmale im Fordergrund (Durchschnittlichkeit, Symmetrie, Proportionen, Längenmaße, Winkel …).


Fußnoten

  1. Als Stimulus (Plural: Stimuli) werden in der psychologischen Fachterminologie ganz allgemein die Reize bezeichnet, auf die die Versuchspersonen reagieren sollen. Die zu beurteilenden Personen werden dementsprechend als „Stimuluspersonen“ bezeichnet.
  2. Ein Komposit-Gesicht repräsentiert den mathematischen Durchschnitt über die zugrunde liegenden Gesichter. Die Konstruktion auf fotomechanischem Wege geht im Wesentlichen auf Galton (1878) zurück. Seit es möglich ist, Komposits mit Hilfe von Computerprogrammen zu konstruieren, wurden diese in der Attraktivitätsforschung intensiv untersucht. Das Durchschnittsgesicht ist in aller Regel attraktiver als die meisten Einzelgesichter. Es stellt jedoch keineswegs das „Maximum“ an Attraktivität dar und die Attraktivität des Komposits hängt ganz entscheidend von den Ausgangsgesichtern ab – wie der Vergleich von KS und KM eindrucksvoll demonstriert.
  3. Die genannten Proportionen gelten strenggenommen nur für die konkrete Stimulusperson, die hier stellvertretend abgebildet ist. Für jede Stimulusperson wurde im Rahmen eines Vorversuchs ein „optimales Mischungsverhältnis“ bestimmt.
  4. (Die Notation X <* Y soll lediglich symbolisieren, dass Y einen höheren Wert aufweist als X. Die Differenz muss jedoch nicht signifikant sein. Lediglich bei "Selbstbewusstsein" fiel der Effekt der Bildmanipulation etwas schwächer aus.

Literatur

  • Dion, K. K., Berscheid, E. & Walster, E. (1972). What is beautiful is good? Journal of Personality and Social Psychology, 24, 285-290.
  • Galton, F. (1878). Composite portraits. Journal of the Anthropological Institute of Great Britain & Ireland, 8, 132-142.
  • Henss, R. (1992). „Spieglein, Spieglein an der Wand…“ Geschlecht, Alter und physische Attraktivität. Weinheim: Psychologie Verlags Union.
  • Henss, R. (1998). Gesicht und Persönlichkeitseindruck. Göttingen: Hogrefe.
  • Knabe, T. (2002). Face Toolkit. Unveröffentlichte Forschungspraktikums-Arbeit an der Fachrichtung Informatik der Universität des Saarlandes, Saarbrücken.
  • Mönch, D. (2003). Color me beautiful. Hautbeschaffenheit und Persönlichkeitseindruck. Unveröffentlichte Diplomarbeit. Fachrichtung Psychologie. Universität des Saarlandes, Saarbrücken.
Alle Rechte beim Autor. Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.

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Attraktivität – Attraktivitätsforschung – Haare – Haarfarbe – Psychologie – Haarpsychologie – Haarfarbenpsychologie – blond, braun, schwarz, rot – Experiment – psychologische Forschung

Haarfarbe und Attraktivität
Eine experimentelle Untersuchung
© PD Dr. Ronald Henss


Vorbemerkung: Zum Thema „Psychologische Aspekte der Haarfarbe“ wurden an der Fachrichtung Psychologie der Universität des Saarlandes zahlreiche Untersuchungen durchgeführt. In verschiedenen Beiträgen werden jeweils Methoden und wichtige Befunde berichtet. Der theoretische Hintergrund wird in einem gesonderten Beitrag dargestellt (in Vorbereitung).

Methoden und Ergebnisse einer experimentellen Untersuchung zur Attraktivität von Haarfarben bei Männern und Frauen.


Kurzcharakteristik

In der Untersuchung, die über das Internet durchgeführt wurde, beurteilten Versuchspersonen die Attraktivität von Männern und Frauen. Die zu beurteilenden Fotos waren so ausgewählt, dass jeweils die Haarfarben blond, braun, schwarz und rot repräsentiert waren. Eine Besonderheit der Untersuchung besteht darin, dass ein Teil der Versuchspersonen „normale“ Portraitfotos beurteilte, auf denen Gesicht und Haar zu sehen war, während der andere Teil Fotos beurteilte, bei denen das Haar wegretuschiert war.


Methoden

Das Ausgangsmaterial bestand aus 48 Männer- und 48 Frauenfotos. Jeweils 12 Männer und 12 Frauen hatten blondes, braunes, schwarzes bzw. rotes Haar. Zu jedem Foto wurde eine Kopie erstellt, bei der das Haar wegretuschiert wurde.
Die Fotos wurden in 3 Sets aufgeteilt, die jeweils 4 blonde Männer, 4 braunhaarige Männer, 4 schwarzhaarige Männer, 4 rothaarige Männer, 4 blonde Frauen, 4 braunhaarige Frauen, 4 schwarzhaarige Frauen und 4 rothaarige Frauen umfassten.
Jede Versuchsperson beurteilte ein Set. Die Auswahl des Sets erfolgte durch einen Zufallsgenerator. Darüber hinaus wurde per Zufallsgenerator bestimmt, ob die Version mit sichtbaren oder nicht-sichtbaren Haaren dargeboten wurde und ob zuerst Männer- und dann Frauenfotos zu beurteilen waren oder umgekehrt.

Die Beurteilungen erfolgten auf einer 9-stufigen Ratingskala von 1= sehr unattraktiv bis 9 = sehr attraktiv.

Die Versuchspersonenstichprobe umfasste insgesamt 1274 Teilnehmer (31% Männer und 69% Frauen). Das Experiment wurde in einer deutschsprachigen und in einer englischsprachigen Version durchgeführt (35% vs. 65%).


Ergebnisse

Insgesamt zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Haarfarben und wie erwartet fallen die Effekte der Haarfarbe bei Männern anders aus als bei Frauen.

Männer
Braun: 5,59 [5,51 – 5,67]
Schwarz: 5,35 [5,27 – 5,43]
Blond: 5,25 [5,17 – 5,33]
Rot: 4,32 [4,21 – 4,40]

Frauen
Blond: 5,76 [5,68 – 5,84]
Braun: 5,54 [5,46 – 5,62]
Schwarz: 4,97 [4,88 – 5,05]
Rot: 4,89 [4,81 – 4,96]

(arithmetisches Mittel; in Klammern: 95%-Konfidenzintervall des Mittelwerts)

Besonders aufschlussreich ist der Vergleich „Haar sichtbar“ vs. „Haar nicht sichtbar“.

Bei den braunhaarigen Männern machte es kaum einen Unterschied, ob die Haare sichtbar waren oder nicht (5,59 vs. 5,52).
Schwarzhaarige Männer waren attraktiver (5,44) wenn die Haare nicht sichtbar waren als bei sichtbarem Haar (5,20). Eine Interpretation, die noch weiterer Untersuchungen bedarf: Schwarzes Haar scheint bei Männern eher negativ zu sein, obgleich der dunklere Teint attraktiv macht.
Blonde Männer wurden bei sichtbarem Haar positiver beurteilt als bei nicht sichtbarem Haar (5,33 vs. 5.07). Spekulation: Es sind weniger die blonden Haare als der helle Teint, der blonde Männer weniger attraktiv macht.
Rothaarige Männer waren deutliche attraktiver, wenn die Haare nicht zu sehen waren (4,62 vs. 4,09). Interpretation und Spekulation: Rotes Haar ist bei Männern per se sehr unattraktiv, aber auch der helle Teint macht rothaarige Männer unattraktiv.

Blonde Frauen waren bei sichtbarem Haar deutlich attraktiver als bei nicht sichtbarem Haar (5,89 vs. 5,62).
Braunhaarige Frauen waren bei sichtbarem Haar deutlich attraktiver als bei nicht sichtbarem Haar (5,74 vs. 5,41).
Schwarzhaarige Frauen waren bei sichtbarem Haar weniger attraktiv als bei nicht sichtbarem Haar (4,89 vs. 5,18).
Rothaarige Frauen waren bei sichtbarem Haar weniger attraktiv als bei nicht sichtbarem Haar (4,84 vs. 5,04).

Es sei angemerkt, dass die englischsprachigen Versuchsteilnehmer positivere Beurteilungen abgaben als die deutschsprachigen und dass die männlichen Urteiler positivere Bewertungen abgaben als die weiblichen. Die geschilderten Effekte der Haarfarben und der Sichtbarkeit von Haaren wurden aber weder durch die Sprachversion noch durch das Geschlecht der Urteiler beeinflusst.
Wichtig ist aber Folgendes: Die dargestellten Effekte der Haarfarbe und der Sichtbarkeit des Haares beruhen jeweils auf der Gesamtstichprobe aller betreffenden Fotos. Bei Aufschlüsselung nach den einzelnen Bildersets ergeben sich zum Teil abweichende Befunde. Dies macht deutlich: Effekte der Haarfarbe hängen – wie nicht anders zu erwarten – auch wesentlich von der konkreten Gesichterstichprobe ab. Dieses zentrale Ergebnis der Gesichterforschung (vgl. Henss, 1998) wird leider allzu oft ignoriert.

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Die Untersuchung wurde 1999/2000 im Rahmen eines Experimentalpsychologischen Praktikums durchgeführt.

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Attraktivität – Schönheit – Prominente – Promis

Attraktivität von Prominenten – Ein paar Kuriositäten

Die Frage „Wer ist der / die Schönste im ganzen Land?“ erweckt immer wieder großes Interesse. Beim Rumstöbern in alten Texten bin ich auf eine Zusammenstellung von Umfragen gestoßen, die von verschiedenen Zeitschriften Mitte der 90er-Jahre durchgeführt werden. Dort geht es um die Attraktivität von Prominenten. Hier findet sich eine kurze Zusammenfassung. Als Ergänzung hier nun ein paar mehr oder weniger kuriose Hitparaden für thematisch abgegrenzte Stimuluspersonengruppen.

So kamen zum Beispiel laut der Zeitschrift Gala (Nr. 20, 11. Mai 1995) mehr als 7000 Premiere-Zuschauerinnen und Gala-Leserinnen bei der Abstimmung über den attraktivsten Fußballer zur folgenden Rangreihe: Alain Sutter (12,62%), Lothar Matthäus (10,38%), Mehmet Scholl (8,99%), Hany Ramzy (8,39%), Lars Ricken (6,87%), Ciriaco Sforza (6,21%). Das Emnid-Institut fragte im Auftrag von Playboy (August 1995) „Wer ist die erotischste Sportlerin?“. Die Spitzenplätze belegten: Gabriela Sabatini (Tennisspielerin; 24%), Katarina Witt (Eiskunstläuferin; 14%), Franziska van Almsick (13%), Steffi Graf (11%), Katrin Krabbe (Leichtathletin, 7%), Heike Henkel (Leichtathletin, 4%). Das Wickert-Institut fragte „Wer sind die erotischsten PolitikerInnen?“ (Playboy, Februar 1995). Bei den Frauen führten: Renate Schmidt (18%), Monika Griefahn (16%), Rita Süssmuth (12%), Heidi Wieczorek-Zeul (12%), Monika Kohlmeier (12%). Bei den Männern lag Richard von Weizsäcker (43%) mit weitem Abstand vor Oskar Lafontaine (12%), Rudolf Scharping (12%), Gerhard Schröder (10%) und Joschka Fischer (9%). In einer Wickert-Umfrage „Welche mollige Frau finden Sie am attraktivsten?“ (Playboy, November 1994) belegte die Schauspielerin Marie-Luise Marjan („Mutter Beimer“ in der Fernsehserie „Lindenstraße“) mit 23% Platz 1, gefolgt von der Entertainerin Hella von Sinnen mit 16%. Deutlich dahinter rangiert unter anderem Anna Nicole Smith (Fotomodell) mit 9% auf Platz 6. Dieselbe Anna Nicole Smith belegte jedoch in der Männer Vogue vom Mai 1995 den Spitzenplatz vor den Schauspielerinnen bzw. Models Sharon Stone, Claudia Schiffer, Cindy Crawford, Demi Moore, Nadja Auermann, Naomi Campbell, Kim Basinger, Michelle Pfeiffer und Tatjana Patitz. Dies wurde von der Münchener Gesellschaft für Rationale Psychologie ermittelt, die 3767 Männern zwischen 16 und 55 Jahren das Item „Für eine Nacht mit meiner Traumfrau …. würde ich mitbieten bis … DM“ vorlegte. Anna Nicole Smith besitzt also den allerhöchsten Marktwert und verweist die angeblich schönsten Schauspielerinnen und Topmodels der Welt auf die Plätze; zugleich wird sie ausgerechnet von Marie-Luise Marjan und Hella von Sinnen weit überflügelt. Die Plausibilität dieses und manch anderen Befundes und die Seriosität der zugrundeliegenden Untersuchungen brauchen hier nicht diskutiert zu werden.

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Wer ist der / die Schönste im ganzen Land?
Attraktivität von Prominenten

Die Frage „Wer ist der / die Schönste im ganzen Land?“ erweckt immer wieder großes Interesse. Beim Rumstöbern in alten Texten bin ich auf eine Zusammenstellung von Umfragen gestoßen, die von verschiedenen Zeitschriften Mitte der 90er-Jahre durchgeführt werden. Dort geht es um die Attraktivität von Prominenten. Die folgende Zusammenfassung dient der Unterhaltung – über die wissenschaftliche (Un-)Seriosität und Sinn und Unsinn solcher Untersuchungen soll hier gar nicht erst diskutiert werden.

Im Auftrag der Zeitschrift Playboy führte das Wickert-Institut eine Umfrage zum Thema „Wer war die erotischste Frau 1994?“ durch (Playboy, Dezember 1994). Die Liste der „Top Ten“ lautet: Claudia Schiffer (Model, 30%), Iris Berben (Schauspielerin, 23%), Hannelore Elsner (Schauspielerin, 14%), Franziska van Almsick (Schwimm-Weltrekordlerin, 7%), Sabine Christiansen (Moderatorin, 4%), Margarethe Schreinemakers (Talk-Masterin, 4%), Arabella Kiesbauer (Talk-Masterin, 3%), Katja Riemann (Schauspielerin, 3%), Nadja Auerman (Model, 2%), Steffi Graf (Weltranglisten-Erste im Tennis, 2%). Ein Jahr später ergab sich die folgende Rangreihe: Claudia Schiffer (16%), Iris Berben (15%), Uschi Glas (Schauspielerin, 11%), Franziska van Almsick (9%), Gudrun Landgrebe (Schauspielerin, 8%), Sabine Christiansen (7%), Birgit Schrowange (Moderatorin, 6%), Hannelore Elsner (6%), Steffi Graf (4%), Katha Riemann (4%); (Emnid-Umfrage, Playboy, Dezember 1995). Im Playboy vom Mai 1995 findet sich die Antwort auf die Frage „Wer ist der attraktivste prominente Mann?“ (Emnid-Umfrage): Götz George (Schauspieler, 13%), Kevin Costner (Schauspieler, 12%), Richard Gere (Schauspieler, 10%), Henry Maske (Box-Weltmeister, 9%), Sean Connery (Schauspieler, 9%), Robert Redford (Schauspieler, 9%), Thomas Gottschalk (Moderator, 8%), Jean-Claude van Damme (Schauspieler, 7%).

Die Boulevard-Blätter das neue – schnell und aktuell (Nr. 11, 11. März 1995) und Das goldene Blatt (Nr. 12, 15. März 1995) berichteten über eine in England durchgeführte Gallup-Umfrage unter Frauen ab 30 Jahren. Dort wurde Prinzessin Diana zur schönsten Frau der letzten 50 Jahre gewählt. Es folgten Monacos verstorbene Fürstin Gracia und die Models bzw. Schauspielerinnen Cindy Crawford, Sophia Loren, Audrey Hepburn, Liz Taylor, Michelle Pfeiffer, Marilyn Monroe, Claudia Schiffer und Jodie Foster.

Im Anschluss an seinen Bericht rief Das goldene Blatt seine Leserinnen zur Wahl von „Deutschlands schönstem Gesicht“ auf. Vorgegeben wurden zehn Kandidatinnen, von denen jeweils ein kleines Foto mit Namen zu sehen war. Gefragt wurde nach der ersten Präferenz. Das Ergebnis aus mehr als 10000 Einsendungen lautet: Uschi Glas (26%), Königin Silvia von Schweden (20%), Claudia Schiffer (12%), Dagmar Berghoff (Moderatorin, 11%), Maxi Biewer (Moderatorin, 8%), Nina Ruge (Moderatorin, 6%), Sabine Sauer (Moderatorin, 5%), Margarethe Schreinemakers (4%), Petra Schürmann (Moderatorin, 4%), Fürstin Gloria von Thurn & Taxis (1%). Prinzessin Diana, die gar nicht zu Auswahl stand, erzielte 1% der Stimmen; ein weiteres Prozent entfiel auf diverse Leservorschläge (Das goldene Blatt, Nr. 17, 19. April 1995).

Nicht um Attraktivität, sondern um Sympathie geht es in einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS (26/1995): Das Münchener Marktforschungsinstitut Imas, das die Werbewirkung von deutschen Prominenten testete, ermittelte anhand der Sympathiewerte für die zehn aufgeführten Prominenten die Rangfolge: Iris Berben (56%), Thekla Carola Wied (Schauspielerin, 53%), Uschi Glas (42%), Steffi Graf (32%), Franz Beckenbauer (Ex-Fußballstar, 32%), Lothar Matthäus (31%), Franziska van Almsick (29%), Thomas Gottschalk (26%), Michael Schumacher (Formel 1-Weltmeister, 26%), Ilona Christen (Talk-Masterin, 25%). Den höchsten Bekanntheitswert erzielte Thomas Gottschalk mit 97%, den niedrigsten Iris Berben mit 52%.

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Attraktivität und Sympathiewerte von Prominenten
© PD Dr. Ronald Henss



In Folgenden finden sich Ergebnisse aus einer (unveröffentlichten) Studie zur Attraktivität und Sympathie von Prominenten. Die Untersuchung wurde 1995 am Psychologischen Institut der Universität des Saarlandes durchgeführt. Sie liegt also schon länger zurück. Die meisten Prominenten von damals sind auch heute noch bekannt, manche sind heute mehr oder weniger vergessen und einige in der Zwischenzeit verstorben, einige waren damals bereits tot.

Versuchspersonen waren 115 Männer und 131 Frauen (Alter: 17-66 Jahre; Median: 24 Jahre). Den Teilnehmern wurde eine Liste mit 34 prominenten Männern und 30 prominenten Frauen vorgelegt. Die Aufgabe bestand darin, jede Person hinsichtlich ihrer Attraktivität und der Sympathie zu beurteilen. Die Beurteilungen erfolgten auf einer Skala von 0 bis 5. (Es ist anzumerken, dass die Beurteilen nicht durch ein Bild, sondern ausschließlich durch ihren Namen repräsentiert waren.)


1. Rangreihe der Attraktivitäts- und Sympathiewerte

Nach Mittelung über alle Versuchspersonen ergaben sich die folgenden Rangordnungen (es werden jeweils nur ausschnittsweise die ersten und die letzten sieben aufgelistet; angegeben ist der Mittelwert):


Attraktivität von Männern

Kevin Costner: 3.71
Robert Redford: 3.68
Sean Connery: 3.59
Heiner Lauterbach: 3.15
Ulrich Wickert: 3.06
Götz George: 3.02
Richard von Weizsäcker: 2.88


Roman Herzog: 1.18
Klaus Kinski: 1.16
Boris Jelzin: 1.09
Otto: 1.02
Berti Vogts: 0.83
Prinz Charles: 0.80
Helmut Kohl: 0.70
Karl Dall: 0.37



Attraktivität von Frauen

Catherine Deneuve: 4.03
Romy Schneider: 3.97
Kim Basinger: 3.93
Julia Roberts: 3.92
Marilyn Monroe: 3.85
Jodie Foster: 3.72
Claudia Schiffer: 3.68


Carolin Reiber: 1.97
Rita Süssmuth: 1.46
Martina Navratilova: 1.34
Regine Hildebrandt: 1.15
Alice Schwarzer: 0.82
Hella von Sinnen: 0.68
Helga Feddersen: 0.58



Sympathiewerte von Männern

Richard von Weizsäcker: 4.04
Ulrich Wickert: 3.77
Guenther Jauch: 3.49
Sean Connery: 3.46
Hans-Dietrich Genscher: 3.34
Robert Redford: 3.32
Kevin Costner: 3.26


Helmut Kohl: 1.75
Lothar Matthäus: 1.73
Karl Dall: 1.72
Prinz Charles: 1.70
Klaus Kinkel: 1.65
Berti Vogts: 1.52
Klaus Kinski: 1.45



Sympathiewerte von Frauen

Romy Schneider: 3.58
Jodie Foster: 3.50
Catherine Deneuve: 3.32
Sabine Christiansen: 3.24
Dagmar Berghoff: 3.09
Julia Roberts: 3.05
Eva Herrman: 3.01


Martina Navratilova: 2.39
Claudia Schiffer: 2.13
Linda de Mol: 2.11
Alice Schwarzer: 2.06
Carolin Reiber: 1.78
Hella von Sinnen: 1.77
Madonna: 1.69


2. Urteilerübereinstimmung: Gruppenstandards von männlichen und weiblichen Urteilern

Haben Männer und Frauen – als Gruppe betrachtet – ähnliche Attraktivitäts- und Sympathiestandards?
Zur Beantwortung dieser Frage(n) wurden zunächst die Mittelwerte über alle männlichen und die Mittelwerte über alle weiblichen Urteiler berechnet. Die Korrelation zischen den Gruppenstandards ergab:

Attraktivität männlicher Prominenter: 0,98
Attraktivität weiblicher Prominenter: 0,97
Sympathie männlicher Prominenter: 0,96
Sympathie weiblicher Prominenter: 0.67

Männliche und weibliche Urteiler stimmen demnach – als Gruppe betrachtet – nahezu perfekt in ihren Attraktivitätsurteilen überein. Gleiches gilt für Sympathie gegenüber männlichen Prominenten. Bei der Sympathie gegen über weiblichen Prominenten findet sich zwar immer noch eine klare Übereinstimmung, diese ist aber nicht mehr perfekt. Die Ursache dafür im folgenden Abschnitt unmittelbar ersichtlich.


3. Attraktivitätsstereotyp: Wer schön ist, ist auch sympathisch (?)

In welchem Umfang trifft das allgemein bekannte Attraktivitätsstereotyp „Wer schön ist, ist auch gut?“ bei der Beurteilung von Prominenten zu? Zur Beantwortung dieser Frage wurden die Korrelationen zwischen den mittleren Attraktivitätsratings und den mittleren Sympathieratings berechnet. Dabei ergaben sich folgende Werte

Männer beurteilen Männer: 0,67
Männer beurteilen Frauen: 0,70
Frauen beurteilen Männer: 0,75
Frauen beurteilen Frauen: 0,44

Es zeigt sich also eine klare Tendenz, dass attraktivere Personen auch sympathischer sind. Bemerkenswert sind insbesondere die Beurteilungen von Frauen durch Frauen. Hier ist diese Tendenz zwar immer noch vorhanden, aber doch deutlich abgeschwächt. Das rührt im Wesentlichen daher, dass einige Frauen besonders attraktive prominente Frauen besonders unsympathisch finden bzw. dass sie einige unattraktive Geschlechtsgenossinnen besonders sympathisch finden.


3. Konkordanz: Interindividuelle Urteilerübereinstimmung

Die vorangegangenen Betrachtungen beruhen jeweils auf Gruppenstandards, also gemittelten Werten. Bei der Konkordanz geht es hingegen um die Frage, in welchem Umfange individuelle Urteiler (im Durchschnitt) übereinstimmen.
Hierzu ergaben sich folgende mittlere Inter-Rater-Korrelationen:

Männer beurteilen Männer: 0,41
Männer beurteilen Frauen: 0.46
Frauen beurteilen Männer: 0,45
Frauen beurteilen Frauen: 0,45

Diese Werte stimmen hervorragend mit den Befunden der Attraktivitätsforschung überein. Da es sich hier um die durchschnittliche Übereinstimmung zwischen individuellen Urteilern handelt, sprechen diese Konkordanzwerte für eine bemerkenswert hohe Übereinstimmung (ausführlich dazu Henss, 1992, 1998).


Weiterführende Literatur

Henss, R. (1992). „Spieglein, Spieglein an der Wand …“ Geschlecht, Alter und physische Attraktivität. München: Psychologie Verlags Union.
Henss, R. (1998). Gesicht und Persönlichkeitseindruck. Göttingen: Hogrefe.

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Dimensionen der Beurteilung erotischer Fotos
Ergebnisse einer online-Studie

PD Dr. Ronald Henss

Nach welchen globalen Gesichtspunkten werden erotische Bilder beurteilt?

Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine online-Befragung zur Beurteilung erotischer Fotos durchgeführt.

Es wurden insgesamt 100 Fotos verwendet. Jedes Foto zeigte eine einzelne Frau in einer erotischen Pose; aus urheberrechtlichen Gründen ist es leider nicht möglich, diese Fotos hier zu zeigen.

Pro Versuchsdurchgang wurde jeweils ein einzelnes Bild präsentiert. Die Aufgabe der Versuchspersonen bestand darin, dieses Bild anhand von 72 Adjektiven zu beurteilen. Die Beurteilungen erfolgten auf 5-stufigen Ratingskalen mit den Stufen  „völlig unzutreffend“, „eher nicht zutreffend“, „weder noch“, „trifft eher zu“, „trifft völlig zu“.

Außerdem wurde um eine globale Beurteilung (Gesamtnote) anhand der folgenden 7-stufigen Skala gebeten. „Wie gefällt Ihnen das Bild insgesamt?“ mit den Endpolen „überhaupt nicht“ bis „außerordentlich gut“.

Schließlich wurden noch Alter, Geschlecht, Beruf und Herkunftsland der Versuchsteilnehmer erfragt. 

Es gingen mehr als 4.400 Einsendungen ein. Nach Ausschluß doppelter, unvollständiger oder offenkundig unsinniger Datensätze verblieben 4.193 Urteilsreihen. Diese stammen zu 79,6 Prozent von Männern und zu 20,4 Prozent von Frauen. Das Alter der Versuchsteilnehmer reicht von 15 bis 73 Jahren. Die prozentuale Altersverteilung ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.

15-19 20-29 30-39 40-49 50-59 60-73
10,0 48,4 29,5 8,9 2,7 0,4

.

Eine faktorenanalytische Auswertung macht deutlich, daß die 72 Adjektive im wesentlichen zu 4 globalen Urteilsdimensionen — im psychologischen Fachjargon: Faktoren — zusammengefaßt werden können. Die folgende Tabelle gibt eine Kurzcharakteristik dieser 4 Faktoren.
 

Faktor 1 Faktor 2 Faktor 3 Faktor 4
heiß
geil
scharf
aufreizend
lüstern
lustvoll
herausfordernd
erregend
verführerisch
aufregend
wild
provozierend
entwürdigend
pervers
schweinisch
skandalös
schockierend
verwerflich
herabwürdigend
unsittlich
unmoralisch
abstoßend
geschmacklos
unappetitlich
stilvoll
anspruchsvoll
romantisch
künstlerisch
gefühlvoll
kunstvoll
stimmungsvoll
sinnlich
geheimnisvoll
ästhetisch
phantasievoll
natürlich
künstlich
gestellt
gekünstelt
steif
verkrampft
ungekünstelt(-)
kitschig
 
 

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  • Faktor 1 bezieht sich im wesentlichen auf die Sexuelle Lust.
  • Faktor 2 charakterisiert die Moralische Verwerflichkeit.
  • Faktor 3 enthält eine Mischung aus Gefühl und Künsterlischem Wert.
  • Faktor 4 beschreibt die Künstlichkeit oder Unnatürlichkeit des Bildes.

Alle Rechte beim Autor. Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors

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Mythos Blond – Faszination und Polarisierung

Blondes Haar fasziniert      Es gibt eine Fülle von Belegen dafür, dass blondes Frauenhaar seit jeher eine besondere Faszination ausübt.

Schon in der Antike galt blondes Haar als Schönheitsideal und reiche Römerinnen versuchten ihr natürliches dunkles Haar zu bleichen oder mit Perücken aus dem Haar blonder Germaninnen oder Gallierinnen zu verdecken.

Eine Untersuchung von Rich und Cash (1993) zeigt, dass in verschiedenen amerikanischen Magazinen der Anteil der abgebildeten Blondinen weit größer ist ihr Anteil in der Bevölkerung. Ganz besonders deutlich zeigt sich die Überrepresentanz von Blondinen im „Playboy“; ein unmissverständlicher Hinweis für die starke Sexualisierung der Haarfarbe blond.

Eine Überrepräsentation blonder Frauen in amerikanischen Fernsehprogrammen hat zum Beispiel Davis (1990) belegt.

Laut einer Zählung von McCracken führte Leonard Maltin’s „Movie and Video Guide“ in einer früheren Ausgabe allein 26 Filme auf, in denen die Farbe „blond“ im Titel vorkommt, während „Brünetten“ diese Ehre nur zwei Mal zu Teil wurde.

Eine Anfrage zum Stichwort „Blondine“ in der Suchmaschine google.de ergab am 13. Februar 2003 sage und schreibe rund 208.000 Links. Eine Suche nach „brünett Brünette“ ergab hingegen bescheidene 4.140 Treffer (wobei in vielen der betreffenden Seiten auch „blond“ oder „Blondine“ vorkam).

Blondes Haar polarisiert           Obwohl blondes Frauenhaar oft sehr positiv bewertet wird, ist es auf der anderen Seite aber auch oft Zielscheibe von Spott und Gehässigkeit. Ein besonders augenfälliges Phänomen ist der Blondinenwitz.
Eine Suchanfrage in der Suchmaschine google.de zum Stichwort „Blondinenwitz Blondinenwitze“ ergab am 13. Februar 2003 mehr als 1.200 Treffer.

Blondinenwitze
Kennen Sie den?   Kommt eine Blondine in den Supermarkt …
Oder den?   Warum kann eine Blondine nie …
Oder den?   Warum liegt eine Blondine immer …

Die Unzahl von Blondinenwitzen zeigt, dass blonde Frauen oft Zielscheibe negativer Bewertung werden. Dabei ist es ganz wichtig zu beachten, dass sich der aggressive Spott keineswegs gegen alle blonden Frauen richtet, sondern nur gegen eine kleine Minderheit. Anders gesagt: Eine Frau mit blondem Haar ist nicht gleichzusetzen mit einer Blondine. Was aber sind die charakteristischen Merkmale, die eine „typische“ Blondine ausmachen?

Zu dieser Frage bereiten wir eine Webseite vor – und Sie können uns bei dieser Arbeit unterstützen. Teilen Sie uns doch einfach mit, welche Merkmale Ihrer Meinung nach eine typische Blondine besitzen muss.

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Ob blond, ob schwarz, ob braun …
Präferenzen für Haarfarben

Ob blond, ob schwarz, ob braun …

Das Thema „Haarfarben“ ist allzeit von großem Interesse. Um ein wenig Licht in die Diskussion zu bringen, veröffentlichen wir ein paar vorläufige Ergebnisse einer außerordentlich umfangreichen Untersuchung zu Präferenzen für Haarfarben.

Im Rahmen einer online-Untersuchung – die noch nicht abgeschlossen ist – wurden mehr als 15.000 Teilnehmer nach ihren Vorlieben und Abneigungen hinsichtlich der Haarfarbe von Männern und Frauen befragt.
Die folgenden Befunde beruhen auf einer Teilstichprobe von mehr als 14.000 Versuchspersonen. Rund 24 Prozent waren Männer und 76 Prozent Frauen. Die Untersuchung wurde in einer deutsch- und in einer englischsprachigen Version durchgeführt. Etwa 43 Prozent der Teilnehmer stammen aus dem deutschsprachigen Raum (davon mehr als 80 Prozent aus Deutschland) und 57 Prozent aus verschiedenen Ländern (darunter die meisten aus den USA).

Im Rahmen der Untersuchung wurden unter anderem folgende Fragen gestellt:

Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Männern?
Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Frauen?
Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Männern am wenigsten?
Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Frauen am wenigsten?

Die möglichen Antworten waren in allen Fällen:
hellblond
mittelblond
dunkelblond
hellbraun
mittelbraun
dunkelbraun
schwarz
rotblond
rotbraun
rot

Zur Datenanalyse, über die im Folgenden berichtet wird, wurden der Einfachheit halber nur die Kategorien „blond“, „braun“, „schwarz“ und „rot“ unterschieden (detaillierte Befunde werden an anderer Stelle dargestellt).
Zur Vereinfachung wurden hell-, mittel- und dunkelblond zu „blond“ und hell-, mittel- und dunkelbraun zu „braun“ zusammengefasst Die Kategorien „rotblond“ und „rotbraun“ wurden wegen der unklaren Zuordnung nicht berücksichtigt.

Ergebnisse
Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse zu den vier Fragen in Häufigkeitsdiagrammen dargestellt. Die blauen Säulen stellen die Prozentanteile innerhalb der männlichen, die roten Säulen die Prozentanteile innerhalb der weichlichen Stichprobe dar.

Bevorzugte Haarfarbe bei Männern
Die Antworten auf die Frage „Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Männern?“ sind in der folgenden Grafik dargestellt.
(Aus technischen Gründen finden sich die Graphiken »»» hier.)

Die Abbildung macht deutlich, dass bei Männern die Haarfarbe „braun“ eindeutig bevorzugt wird. Sie liegt bei rund 51 Prozent der Männer und 62 Prozent der Frauen mit großem Abstand an erster Stelle. Blond und schwarz liegen etwa gleichauf mit einem ganz kleinen Vorteil für Blond. Eindeutig nicht erwünscht ist rotes Männerhaar (männliche Urteiler: 1,4%; weibliche Urteiler: 0,5%).

Unerwünschte Haarfarben bei Männern
Die folgende Grafik zeigt die Antworten auf die Frage „Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Männern am wenigsten?“.
(Aus technischen Gründen finden sich die Graphiken »»» hier.)

Die Befunde sind eindeutig: Die mit weitem Abstand unbeliebteste Haarfarbe bei Männern ist Rot. Dies spiegelt das Ergebnis zur bevorzugten Haarfarbe. Am zweitschlechtesten schneidet Blond ab. Gut ein Viertel der Befragten (Männer: 25,4%; Frauen: 25,5%) finden Blond bei den Männern besonders unattraktiv. Schwarz und Braun schneiden mit Abstand am besten ab, wobei Braun einen leichten Vorsprung hat.

Zwischenbilanz: Haarfarben bei Männern
Im Hinblick auf die Haarfarben von Männern gibt die Untersuchung ein sehr klares Bild, das sich durch folgende Schlagworte kennzeichnen lässt:

Braunes Männerhaar ist absolute Spitze (insbesondere aus Sicht der Frauen)
Rotes Männerhaar wird extrem abgelehnt (insbesondere von Frauen)
Blondes Männerhaar spaltet die Gemüter (insgesamt eher negativ als positiv, insbesondere aus der Sicht der Frauen)

Bevorzugte Haarfarbe bei Frauen
Die Antworten auf die Frage „Welche Haarfarbe bevorzugen Sie bei Frauen?“ sind in der folgenden Grafik dargestellt.
(Aus technischen Gründen finden sich die Graphiken »»» hier.)

Im Hinblick auf die bevorzugte Haarfarbe bei Frauen zeigen sich einerseits sehr klare Farbpräferenzen, andererseits gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Beurteilern. Bei männlichen Urteilern liegt Blond an erster Stelle mit einem deutlichen Vorsprung vor Braun, das den zweiten Platz belegt. Bei den weiblichen Urteilern ist dies genau umgekehrt. Deutlich schlechter schneiden Schwarz und Rot ab, wobei bei Männern ebenso wie bei Frauen Schwarz auf dem vorletzten und Rot auf dem letzten Platz rangiert.

Unerwünschte Haarfarben bei Frauen
Die folgende Grafik zeigt die Antworten auf die Frage „Welche Haarfarbe gefällt Ihnen bei Frauen am wenigsten?“.
(Aus technischen Gründen finden sich die Graphiken »»» hier.)

Auch im Hinblick auf die unbeliebteste weibliche Haarfarbe gibt es eine deutliche Geschlechterdifferenz. Diese bezieht sich nunmehr auf Blond vs. Rot. Bei den Männern ist rotes Frauenhaar am wenigsten beliebt, gefolgt von Blond. Bei den Frauen ist umgekehrt Blond am wenigsten beliebt, gefolgt von Rot. Braunes und schwarzes Frauenhaar werden am seltensten als unerwünscht angesehen, und hierin stimmen männliche und weibliche Urteiler überein.

Zwischenbilanz: Haarfarben bei Frauen
Auch im Hinblick auf die Haarfarben von Frauen gibt die Untersuchung sehr klare Antworten:

Rotes Frauenhaar schneidet insgesamt am schlechtesten ab (insbesondere aus Sicht der Männer)
Braunes Frauenhaar schneidet alles in allem am besten ab (insbesondere aus Sicht der Frauen)
Blondes Frauenhaar polarisiert sehr stark (mehr als ein Drittel der Frauen finden Blond am attraktivsten während etwa 40 Prozent Blond am unattraktivsten finden. Unter den Männern zeigen mehr als 40 Prozent eine Vorliebe und knapp 30 Prozent eine Abneigung gegen blondes Frauenhaar)

Kurze Bilanz
Insgesamt macht die Untersuchung deutlich:

Im Hinblick auf die Haarfarbe haben nicht alle Menschen den gleichen Geschmack
Das Geschlecht der Beurteilten macht einen gravierenden Unterschied. Das heißt: Die Haarfarbe von Männern wird wesentlich anders beurteilt als die Haarfarbe von Frauen
Das Geschlecht der Urteiler macht einen Unterschied (insbesondere wenn es um die Haarfarbe von Frauen geht)
„Kritische“ Haarfarben sind eindeutig Blond und Rot.
Abschließende Bemerkung
Wie bereits gesagt, werden detaillierte Ergebnisse dieser Studie an anderer Stelle berichtet.

Alle Rechte beim Autor. Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.

Weitere Informationen zum Thema »»» Haar und Psychologie

Alle Rechte beim Autor. Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors

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Schlechter Journalismus

Am Beispiel von SPIEGEL ONLINE

Ob blond, ob schwarz, ob braun …
Das Thema „Haarfarben“ ist allzeit von großem Interesse. Und den Medien bietet dieses Thema eine unerschöpfliche Quelle, um ihre Klatsch- und Tratschspalten zu füllen. Oftmals wird dabei eine Menge Unsinn in die Welt gesetzt.

Dies habe ich mal am Beispiel des SPIEGEL-ONLINE-Berichts „Das neue Blond heißt Brünett“ dargestellt.

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