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Haarfarben und Persönlichkeitseindruck

Ob blond, ob schwarz, ob braun …

Über Haarfarben wird oft und gerne geredet und oftmals geht es um die Frage, was die Haarfarbe über ihren Träger – oder besser: ihre Trägerin, denn zumeist handelt es sich dabei um eine Frau – aussagt.

Deutungen gibt es zuhauf. Aber sind Blondinen wirklich schön aber dumm? Sind Rothaarige feurig, temperamentvoll und gefährlich? Wirken Schwarzhaarige melancholisch? Und wirken Brünette unauffällig, bodenständig und solide?

Obwohl es sich in vielen Fällen um voreilige Schlüsse und unhaltbare Annahmen handeln dürfte, ist doch davon auszugehen, dass unterschiedliche Haarfarben beim Betrachter unterschiedliche Eindrücke erwecken können.

Ich habe zu diesem Thema eine kurze Zusammenfassung einer psychologischen Diplomarbeit ins Netz gestellt. Und hier möchte ich die Befunde kurz wiedergeben (*** hier findet sich die vollständige Fassung).

Effekte der Haarfarbe

Es zeigte sich, dass fünf der sieben Faktoren durch die Haarfarbe beeinflusst wurden. Die Ausnahmen waren „Weiblichkeit/Attraktivität“ und „Gesundheit/Jugendlichkeit“. Das heißt insbesondere auch, dass blondes Haar in dieser Untersuchung nicht attraktiver, weiblicher und jugendlicher wirkte als die anderen Haarfarben.

In den Bereichen, in denen die Haarfarbe einen Effekt hatte, ergab sich Folgendes:
• Emotionale Labilität: Am labilsten wirkte blondes Haar, am stabilsten rotes. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant. Braun und schwarz nehmen eine Mittelstellung ein, wobei sich diese weder signifikant von blond noch von rot unterschieden.
• Risikobereitschaft/Extraversion: Rotes Haar erzielte mit Abstand die höchsten Werte. Schwarzes Haar eindeutig die niedrigsten. Blond und Braun lagen in der Mitte.
• Soziale Verträglichkeit: Das exakte Spiegelbild zu Risikoberetischaft/Extraversion. Das heißt: Schwarzes Haar erschien mit Abstand am verträglichsten, rotes am unverträglichsten und blond und braun lagen gleichauf dazwischen.
• Berufserfolg: Schwarzes Haar schnitt wesentlich besser ab als blondes, braunes und rotes, die sich ihrerseits nicht voneinander unterschieden (dieser Effekt kann aber nicht uneingeschränkt über alle zehn Frauen verallgemeinert werden).
• Unstetigkeit: Hier erzielte blondes Haar die höchsten Werte (also: gesellig, aber ungenau), schwarzes die niedrigsten und braun und rot lagen dazwischen.

Effekte der Haarlänge

Die Variation der Haarlänge zeigte lediglich auf dem Faktor „Risikobereitschaft/Extraversion“ einen sogenannten Haupteffekt, wobei kürzere Haare höhere Bewertungen erhielten als lange. Es zeigten sich jedoch zahlreiche Interaktionseffekte zwischen Haarlänge und den beurteilten Individuen. Das bedeutet, dass sich die Haarlänge sehr unterschiedlich auswirken kann, je nachdem um welche konkrete Frau es sich handelt. Demnach lassen sich aus dieser Untersuchung keine pauschalen Aussagen über die Wirkung der Haarlänge ableiten.

Abschließende Bemerkungen

Es soll ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass diese Ergebnisse keinesfalls den Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben. Selbstverständlich können bei anderen zu beurteilenden Personen auch andere Ergebnisse auftreten. Insbesondere ist auch zu beachten, dass die Haarfarben und die Frisuren durch die Verwendung des Frisurenprogramms zum Teil recht unnatürlich erschienen.
Trotzdem ist festzuhalten, dass unterschiedliche Haarfarben (und Haarlängen) durchaus zu beträchtlich unterschiedlichen Eindrücken bei der Beurteilung fremder Personen führen können – genau dies sollte durch das Experiment aufgezeigt werden.

Alle Rechte beim Autor. Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.

Weitere Informationen zum Thema und die volle Fassung »»» Haarfarben und Persönlichkeitseindruck

Alle Rechte beim Autor. Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors

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